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Linkshändigkeit und Rechtshändigkeit im Instrumentalunterricht

Karen Thöle

Heutzutage zwingt man Linkshänder in der Schule meist nicht mehr, mit der rechten Hand schreiben zu lernen. Zahlreiche Werkzeuge und Arbeitsmittel werden inzwischen speziell für Linkshänder angeboten, z.B. Scheren.

Worauf müssen Linkshänder beim Instrumentalunterricht achten?

Bei vielen Instrumenten werden beide Hände in vergleichbarer Weise beansprucht. So wird die Geschicklichkeit beider Hände trainiert, und es werden gleichzeitig beide Gehirnhälften angesprochen. Bei manchen Instrumenten haben die Hände jedoch so unterschiedliche Funktionen, dass es sich lohnt, eine spezielle Linkshänder-Variante zu wählen.

Bei der Blockflöte benutzt man beide Hände ungefähr gleich viel. Bei den Tönen in mittlerer Lage, die man in den ersten Wochen lernt, braucht man die linke Hand, in der hohen und tiefen Lage dagegen mehr die rechte Hand. Fingerspitzengefühl im linken Daumen ist auch für die hohen Töne unabdingbar. Erhaltene Flöten aus der Renaissance zeigen zwar, dass die heutige Haltung mit der linken Hand über der rechten damals noch nicht selbstverständlich war, denn diese Instrumente haben meistens ganz unten zwei Löcher für den kleinen Finger, links und rechts, von denen eines durch Wachs verstopft wurde. Und bei heutigen Flöten mit abnehmbarem Fußteil lässt sich dieses meist so drehen, daß sie auch mit umgekehrter Haltung gespielt werden können. Allerdings lassen sich nicht alle Flöten so spielen. Spätestens bei größeren Instrumenten mit Klappen ergeben sich Probleme. Und der Umstieg auf andere Holzblasinstrumente wird dadurch erschwert. Vorteile ergeben sich dadurch keine, denn, wie gesagt: Man braucht auf der Blockflöte sowieso beide Hände.
Fazit:
Bei der Blockflöte ist ein normales Instrument mit normaler Haltung zu empfehlen.

Das gilt im Wesentlichen auch für die anderen Holzblasinstrumente: Querflöte, Klarinette, Oboe, Saxophon, Fagott. Im Handel werden Instrumente angeboten, bei denen - wie bei der Blockflöte - die linke Hand oben und die rechte Hand unten greift. Anders als bei einigen Blockflöten kann die Handhaltung auch nicht einfach gewechselt werden, da die Position der Klappen auf diese Standard-Haltung ausgerichtet ist. Eine Spezialanfertigung für eine vertauschte Handhaltung würde dem Spieler auch keine Vorteile bieten, da wie bei der Blockflöte beide Hände gleichermaßen beansprucht werden.
Fazit:
Auch bei den Holzblasinstrumenten ist ein normales Instrument mit normaler Haltung zu empfehlen.

Bei der Gitarre benutzt man beide Hände in unterschiedlicher Funktion. Normalerweise greift man mit der linken Hand die Saiten ab, mit der rechten Hand schlägt man sie an oder zupft sie. Beim einfachen Akkordspiel hat dabei die linke Hand die schwierigere Aufgabe, während beim Spielen von Melodien und mehrstimmigen Stücken die Geschicklichkeit der rechten Hand gefragt ist. Deshalb ist es durchaus üblich, dass linkshändige Gitarristen ihre Gitarre spiegelverkehrt spielen; bekanntestes Beispiel ist vielleicht Paul McCartney von den Beatles. Dazu müssen die Saiten entsprechend anders aufgezogen werden. Bei höherwertigen Instrumenten kann es sich lohnen, auf ein Instrument zu achten, bei deren Bauweise auf die andere Belastung der Gitarrendecke Rücksicht genommen wurde. Dies gilt sinngemäß auch für E-Gitarre und E-Bass, bei der die Form des Instruments und die Position von Schaltern und Knöpfen zur Haltung passen muss.
Fazit:
Für Gitarristen kann sich eine Linkshänder-Gitarre lohnen.

Beim Klavier benutzt man beide Hände etwa gleich viel. Allerdings spielt hier meist die rechte Hand die Melodie und die linke die Begleitung. Noch viel stärker gilt das für das Keyboard. Die Tasteninstrumente werden allerdings nie in spiegelverkehrter Bauweise angeboten. Das sollte Linkshänder jedoch nicht abschrecken: Viele hervorragende Pianisten sind Linkshänder, und sie lernen vermutlich die Begleitung schneller als rechtshändige Pianisten.
Fazit:
Bei Klavier und Keyboard haben Linkshänder mit der einzig angebotenen Bauweise keine Nachteile.

Bei den meisten Blechblasinstrumenten - Trompete, Posaune, Euphonium, Tuba - hat die linke Hand normalerweise nur die Aufgabe, das Instrument zu halten und höchstens bei einigen wenigen Tönen ein einziges Ventil zu bedienen. Die Hauptaufgabe hat die rechte Hand. Beim Waldhorn ist es genau umgekehrt: Hier greift traditionellerweise die linke Hand die Ventile. Für Linkshänder ist es hier also zu empfehlen, ein Instrument zu wählen, bei dem die geschicktere Hand stärker gefordert ist. Bei Trompete, Euphonium und Tuba muss man dafür leider meist auf Sondermodelle zurückgreifen. Bei der Tenorposaune ist es meist einfach möglich, Schallstück und Zug anders zusammenzusetzen.
Fazit:
Bei Blechblasinstrumenten sollten Linkshänder auf Linkshändermodelle achten.


Hände
Köpfe verschiedener Blockflöten
Detail einer Klarinette
Detail einer Klarinette
Detail einer Klarinette